Dieser Kurs besteht aus drei einstündigen Lektionen mit einer zusätzlichen vierten Bonus-Lektion über die Disziplinierung von entwicklungsblockierten Kindern. Er bezieht sich auf den bindungsbasierten Entwicklungsansatz, angewendet auf das Thema Disziplin.

Kindern Anweisungen bezüglich ihres Verhaltens zu erteilen, ist nie besonders einfach; ihr Denken vorzugeben, ist noch entmutigender. Wenn es darum geht, Anweisungen zu erteilen, ohne die gesunden Bindungen und die Entwicklung des Kindes zu gefährden, wissen viele nicht mehr, wie sie vorgehen sollen.

Dieser Kurs stellt nicht nur Eltern und Lehrern ein anderes Wissen zur Verfügung, sondern gibt ihnen solide Handlungsmöglichkeiten, die nicht nur viel wirksamer, sondern auch weniger riskant sind als die üblichen Verfahrensweisen. Dieser Kurs beantwortet nicht nur die Frage, was man tun kann, wenn Probleme auftreten, sondern auch die entscheidende Frage, wie man dabei vorgeht, ohne die emotionale Gesundheit und das Geborgenheitsgefühl des Kindes zugunsten kurzfristiger Verhaltensänderungen zu opfern.

Das Ziel dieses Kurses ist es, dass Eltern und Lehrer den Ort in sich finden, von wo die Antworten aus ihrem eigenen Verständnis heraus auftauchen, und dass sie im Umgang mit den kleineren und auch den grösseren Problemen ein inneres Selbstvertrauen erlangen.

Kursbeschreibung

Fast alle Eltern und Lehrer wollen wissen «Was soll ich tun, wenn…?» Dies scheint das dringlichste und häufigste Thema im Umgang mit Kindern zu sein. Die richtige Antwort auf diese Fragen zu finden, ist eine noch grössere Herausforderung, wenn Eltern und Lehrer auf Bindung und Entwicklung bedacht sind und nicht wollen, dass ihre Disziplinierungsmethoden diese Prozesse untergraben oder gar sabotieren.

Auf der anderen Seite steht die Verantwortung, Lektionen, die gelernt werden müssen, zu erteilen und wo nötig auch Anweisungen zu geben. Der Kurs spricht das Was tun, wenn… an, aber in dem grösseren Kontext der Frage, was nötig ist, wenn wir Kindern helfen wollen, ihre volles menschliches Potential zu entfalten.

Einige der vorherrschenden Disziplinierungsmethoden – wie Auszeiten und Konsequenzen – werden aus dieser Perspektive diskutiert. Dieser Kurs ermöglicht den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen verstehenden Zugang zum Thema Disziplin und stellt Vorgehensweisen zur Verfügung, die bindungssicher und entwicklungsfreundlich sind.

Zielgruppe

Dieses Material ist überall anwendbar, wo es Kinder gibt: zu Hause, in der Schule, auf dem Spielplatz, in stationären Einrichtungen. Außerdem ist das Material geeignet für Eltern von Kindern aller Altersstufen, für Lehrkräfte, SchulleiterInnen, Tagesmütter/-väter und ErzieherInnen.

Themen & Ziele

  • Den Entwicklungsansatz auf den Bereich Disziplin anwenden
  • Eltern und Lehrer dazu befähigen, die vorherrschenden Disziplinierungsmethoden kritisch zu hinterfragen
  • Eine Philosophie der Disziplin einführen, die mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen und mit den Entwicklungsbedürfnissen des Kindes vereinbar ist
  • Eltern und Lehrern die innere Sicherheit geben, mit problematischem Verhalten umzugehen
  • Disziplinierungswege aufzeigen, die bindungssicher und entwicklungsfreundlich sind
  • Aufzeigen von speziellen Vorgehensweisen für entwicklungsblockierte Kinder, die von natürlicher Disziplin nicht profitieren können

Lektion 1:
Warum sind manche Kinder ganz natürlich „brav“? Den Code der Natur für gutes Benehmen entschlüsseln

Diese Lektion folgt den sechs Merkmalen der Kindern mit gutem Benehmen bis zu deren entwicklungsbedingten Wurzeln und erklärt dies. Überraschenderweise ist der Schlüssel für beständig gutes Benehmen nicht Lernen oder Disziplin, sondern richtige Beziehungen und eine gesunder Hirnfunktion.

Lektion 3:
Disziplin, die nicht trennt: Zwölf Praktiken von sicherer und natürlicher Disziplin

Diese Lektion bietet wirksame Vorgehensweisen, um sowohl mit Zwischenfällen umzugehen als auch die tiefer liegenden Wurzeln des problematischen Verhaltens anzugehen. Außerdem werden Disziplinierungsmethoden vorgestellt, die zusätzlich noch als kraftvolle Auslöser für Reifwerdungsprozesse dienen.

Lektion 2:
Welche Disziplinierungsmethoden zu vermeiden sind und warum: Eine Kritik an der vorherrschenden Disziplinierungspraxis

Diese Lektion betrachtet die häufigsten Methoden von heute – alarm-basierte Methoden, trennungsbasierte Methoden und Konsequenzen. Der Einfluss dieser Methoden auf die sechs Merkmale von Kindern, die gutem Benehmen zugrunde liegen, wird aufgezeigt. Es werden Richtlinien gegeben, wann Konsequenzen angemessen sind und wann sie eher das Gegenteil bewirken.

Lektion 4:
Disziplinierung eines entwicklungsblockierten Kindes

Diese Zusatzlektion stammt aus dem Großen Neufeld-Elternkurs, Teil 3. Sie macht deutlich, warum die verbreitetsten Disziplinierungsmethoden gerade bei entwicklungsblockierten Kindern nicht funktionieren, und schlägt acht Richtlinien für die Disziplinierung von solchen Kindern vor, die Vergeblichkeit nicht fühlen können, wenn sie ihr begegnen, und denen die gemischten Gefühle fehlen, wo sie nötig wären.